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Herstellung von Nähkästen, Schatullen usw. - Teil IV






Durch mehrjährige Praxis sind wir auf eine Methode gebracht worden, die es möglich macht, auch von weniger geschickten Schülern wirklich wertvolle und dauerhafte Schatullen herstellen zu lassen.


Wir lassen nämlich die Hauptteile des Kastens anstatt aus Pappe, aus 6-10 mm starkem Holz herstellen, wodurch wir noch erreichen, dass dergleichen Beschläge, wie die Abbildung oben zeigt, sicher befestigt werden können.

 

Die Schatulle oben ist zum Beispiel 25 cm lang und mit dem Deckel 10-15 cm breit und hoch. Die Seitenteile, sowie die beiden Bodenbretter werden nach der Abbildung unten zugeschnitten oder, wenn keine Hobelbank vorhanden, vom Tischler oder Zimmermann nach genauer Angabe der Masse bezogen.

 

Es soll gewöhnliches, weiches Holz sein und die Teile brauchen nicht gezinkt zu werden, sondern sind einfach zusammen zu nageln.

Hierauf wird, damit die rauhen Hirnflächen des Holzes verdeckt werden, das Äußere des Kastens mit ganz schwacher Pappe überklebt. Es wird hierbei das Holz und zwar eine Seite nach der anderen mit starkem Leim gestrichen und jedes Mal einen nicht genau zugeschnittenes Stück Pappe aufgeklebt und bevor die nächste Seite überklebt wird, die überstehende Pappe an den Kanten des Kastens mit dem Messer scharf abgeschnitten. Dabei ist die betreffende Seite des Kastens mit der Pappe zu unterst auf das Schneidebrett zu legen.

Als Überzugpapier wähle man das jetzt im Handel vorkommende gepresste Papier (Lederimitation), den Bogen zu 25 Pfennig. Zuerst wird die Vorderseite am Kasten und Deckel überzogen und darauf die beiden kürzeren Seiten, (die Hinterseite bleibt des Scharniers wegen noch frei). Als Scharnier dient ein 3-4 cm breiter Streifen Buchbinderleinwand a (Abbildung unten) von derselben Farbe, welche das Überzugpapier hat.

Sobald der Leinwandstreifen gut eingetrocknet ist, wird der Kastendeckel aufgeschlagen und durch Unterlegen von Brettchen oder Büchern in eine horizontale Lage gebracht, damit auch auf der Innenseite durch einen gleich breiten Streifen der Deckel mit dem Unterteil des Kastens verbunden werden kann.

Jetzt wird die Hinterseite überzogen und zwar so, dass vom Scharnier an der beweglichen Stelle nur 3 mm sichtbar bleibt. Geübte mögen nun noch, wie die Abbildung unten zeigt, die Deckel- und Bodenkanten hervorstehen lassen.

Es werden 2 Papp- oder Holzplatten hergestellt von 5 mm Stärke. Die Deckelplatte soll zwei Millimeter über die Kante des Deckels hervorragen und oben nach der Mitte zu 6 mm breit abgeschrägt werden.

Diese Abschrägung wird nach vorgezogener Linie mit einer scharfen Feile hergestellt und mit derselben Leinwand überzogen, von welcher das Scharnier genommen wurde. Für den Überzug der Deckelplatte wird ein so genannter Spiegel angefertigt, das heißt es wird ein Stück Kartonpapier so zugeschnitten, dass es bis an die Abschrägung reicht, wie jede Papptafel mit Einschlag überzogen und dann auf die Platte geklebt.

Die Bodenplatte soll 8-10 mm über die Bodenkante hervorstehen und wird bis an letztere abgeschrägt. Beim Abschrägen wird zu gleicher Zeit eine konvexe Abrundung mit erzielt.

Nachdem nun diese Abrundung auch mit Leinwand überzogen worden ist, wird die Bodenplatte aufgeklebt. (Dem Boden des Kastens anstreichen). Sollten diese beiden starken Platten an den Ecken nicht gut halten wollen, so kann mit Nägeln, aber vorsichtig, nachgeholfen werden. Bei der Deckelplatte nimmt man zweckmäßig gleich diejenigen Nägel, welche an den Ecken als Verzierung dienen sollen, das heißt vierkantige, spitze Tapeziererzwecken (siehe oben, Abbildung b) .

Ehe an das Ausfüttern des Kastens gegangen wird, müssen überhaupt erst die Beschläge angebracht werden. Wir wählen hierzu aus der Abbildung oben die Handhaben e und den Verschluss c mit dem Knöpfchen d. Beides wird mit vernickelten rundköpfigen Stiften befestigt, und man beuge beim Einkauf vor, dass nicht die biegsamen, klammerartigen Nägel verabfolgt werden, welche auf der Innenseite der Arbeit auseinander zu biegen gehen und nur für schwache Papparbeiten dienen.

Jetzt wird der Kasten in der früher besprochenen Weise ausgefüttert; nur die Behandlung des Halses ist eine andere. Derselbe wird so zugeschnitten, dass er bequem in den Kasten passt und oben 10-15 cm übersteht. Hierauf werden die vier Pappteile nicht wie vorher angegeben wurde, eingeklebt, sondern zuerst für sich zusammengesetzt, der obere Rand überzogen, und zwar nicht mit dem Ausfütterpapier, sondern vielleicht mit roter Leinwand. Dieser Hals wird nun eingesetzt und das übrige Ausfüttern vorgenommen. Nachdem der Boden mit einfacherem Papier überzogen worden ist, können noch Füßchen angebracht werden, entweder Kugelschrauben oder Löwenfüßchen.



Dieses Bastelmaterial wird in den alten Büchern am häufigsten verwendet:

Falzbein
Graupappe
Marmoriertes Papier
Kleister
Knochenleim

Modernes Bastelmaterial, dass sich gut für die Bastelarbeiten eignet:
Graupappe
Scrapbooking-Papiere
Bastelkleber
Decoupagekleber
Decoupagepapiere
Geschenkpapier
Kleister

 

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