Herstellung von Nähkästen, Schatullen usw. - Teil V
In der Hauptsache dasselbe, nur nach jeder Ausdehnung größer, ist die Form der Schatulle.
Für die innere Einrichtung wird ein Einsatz, das heißt ein besonderer Kasten angefertig, welcher nur halb oder 2/3 so hoch als der Kasten tief ist. In diesem Einsatz werden die gewünschten Fächer und Ausrundungen zu beiden Seiten des Nadelkissen vorn angebracht.
Auch wird dieser Einsatz außen mit demselben Papier überzogen, mit welchen der Kasten ausgefüttert ist. Beim Einschlagen des oberen Randes ist zu berücksichtigen, dass dort, wo der Einschlag auf die Wand eines Faches trifft, derselbe so angeschnitten wird, das ein Streifchen Papier die Fachwand deckt. Nach diesem Verfahren sind überhaupt die oberen Kanten der Fächer vor den übrigen Ausfüttern zu behandeln.
Das Nadelkissen kann mit einem Scharnier versehen werden, so dass dasselbe als Deckel des Hohlraums dient, in welchem sich eine geheime Sparkasse anlegen lässt. Die Anfertigung des Nadelkissen ist beim Nagelhalter beschrieben.
Wir gehen jetzt an die Ausstattung des Deckels. Nach der Abbildung unten wird 2 Zentimeter von den Kanten des Deckels ein 2 cm hoher Rahmen a aus Pappe oder schwachen Brettchen aufgeleimt, und an diesen werden dann Hohlkehlen b nach Art des Bilderrahmens für den Krebs angelegt.
Dieser Rahmen wird nun oben mit einer Pappe gedeckt, vorher jedoch vergesse man nicht, bei c Pappstücke aufzuschichten, damit später eine Handhabe befestigt werden kann. Diese Hohlkehle wird nun mit Papier oder Leinwand von der Farbe, welche nicht viel von derjenigen des Überzugpapiers abweicht, überzogen. Beim Überziehen der Schatulle mit gepresstem Papier ist das Scharnier nach der Abbildung unten herzustellen, sowie auch die Deckel- und Bodenplatte genauso anzufertigen und zu befestigen sind, wie dort, nur dass wir auch die Deckelplatte abzurunden ist.
In derselben Weise wie bei Schatulle (Abbildung unten) ist auch der Hals anzubringen, aber beim Ausfüttern ist hier zu berücksichtigen, dass der oben beschriebene Einsatz mit den Fächern innerhalb des Kastens einen sicheren Ruhepunkt erhält.
Hierfür werden an zwei gegenüberliegenden Seiten unten, nachdem der Hals eingesetzt ist, zwei Pappstreifen eingesetzt, welche so breit sind, dass der Einsatz oben mit dem Rande des Halses genau abschneidet. Für die Fächer des Einsatzes werden Deckelchen angefertig, welche mit dem Überzugpapier der Schatulle überzogen werden und auf der Mitte kleine Knöpfchen zum Anfassen erhalten. Diese Deckelchen sollen genau in die Fächer passen und ruhen auf Fälzen wie das Nadelkissen.
Jedes Fach braucht nur zwei Fälze zu haben, welche vor dem Ausfüttern durch an zwei gegenüberliegenden Seiten eingesetzte Pappstücke hergestellt werden, die bis auf den Boden reichen und oben nicht ganz bis zur Höhe des Faches gehen, so dass die Deckel genau mit den Rändern der Fächer oben abschließen. Als Beschläge wählen wir aus Abbildung unten vier oder sechs Stifte b, die Handhabe e und den Verschluss f oder c. Am Boden werden Kugel- oder Löwenfüße angebracht.
Hat man weiße Beschläge gewählt, so kann man, wenn vernickelte Füße nicht zu haben sind, dieselben mit Silber bronzieren (siehe d.).
