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Klebstoffe für Buchbinderei





Bevor zur Arbeit geschritten werden kann, muss noch das Nötigste über das Klebmaterial gesagt werden, welches zur Bearbeitung kommt. Zu den ersten Arbeiten wird meistens nur Kleister erforderlich sein, doch wollen wir dabei gleich des Leimes mit gedenken.

Der Kleister wird aus Stärke und kochendem Wasser bereitet, und zwar so, dass man die Stärke vorher mit wenig kaltem Wasser anrührt. Ist dies geschehen, so wird das kochende Wasser in ganz dünnem Strahl unter beständigem Quirlen oder Umrühren der Stärke zugesetzt. Letzteres wird so lange fortgesetzt, bis man glaubt, dass der Kleister die gehörige Beschaffenheit zum Kleben habe. Dabei ist zu bemerken, dass derselbe beim Erkalten immer dicker wird und man deshalb mit dem Wasserzugießen und Quirlen nicht so zeitig aufhören darf.

Sollte er aber zu dünn geworden sein, so kann wohl dadurch abgeholfen werden, dass man ihn über dem Feuer noch weiter erwärmt, wobei das überschüssige Wasser verdampft; aber fehlerhaft bleibt dieses Verfahren immer.

Ist der Kleister durch fehlerhaftes Kochen klumpig geworden, so seiht man ihn durch ein Stück Leinwand, das heißt man legt ihn auf Leinwand (Taschen-oder Handbuch), fasst die Zipfel zusammen, so dass ein Beutel entsteht und drückt nun von oben nach unten dermaßen, dass der Kleister herausquillt.

Aber selbst gut gelungener Kleister wird unrein werden, wenn die Haut, welche sich nach dem Erkalten auf der Oberfläche bildet, vor dem Gebrauch nicht entfernt wird. Deshalb verhindere man das Entstehen einer solchen Haut dadurch, dass man auf die Oberfläche des noch warmen Kleisters ein Blatt Papier gut aufdrückt und dieses dann nach dem Erkalten wieder beseitigt.
Überall hört man, dass der Leim gekocht wird, und viele tun es auch, ohne zu bedenken, dass dies gar nicht nötig ist. In den Leimsiedereien wird er allerdings gekocht, aber wenn dies einmal geschehen ist, braucht man die Leimtafeln, wie solche in den Handel kommen, nur einen Tag vor dem Gebrauch in kaltes Wasser zu legen, so quellen sie auf und werden ganz weich und gallertartig. Bringt man die aufgequollenen Tafeln in einen Topf und setzt denselben gelinder Wärme aus, so schmilzt der Leim und ist, wenn es heiß genug, brauchbar.

Freilich brennt der auf diese Weise warm gekochte Leim sehr leicht an, und am allerwenigsten darf man den Pinsel darin stecken lassen, denn dieser brennt so fest auf dem Boden an, dass er gar nicht wieder aus dem Topf zu bekommen ist, ohne dass Teile von den Borsten im Leim bleiben. Um alle diese Unannehmlichkeiten zu verhindern, kauft oder bestellt man sich bei einem Klempner einen so genannte Leimlampe oder Leimmaschinen, welche kaum drei Mark kosten wird. Dieselbe ist aus Blech gefertigt, und besteht außer einer kleinen Spirituslampe aus drei Teilen.

A ist ein zylinderförmiger Behälter, welcher oben offen ist und unten über dem Boden eine kleine Öffnung zum Hineinschieben des Lämpchens hat. B ist der Wasserbehälter, welcher mit seinem breiten Rande auf dem des ersten Behälters hängt. C ist der Leimbehälter, welcher wieder mit seinem Rande oben 2 und nach dem Boden zu enger wird, damit er stets von heißem Wasser umspielt werden kann. Der Leimbehälter wird durch die Scheidewand D in zwei Hälften geteilt, so das man dünnen Leim zum Überziehen und starken zum Zusammensetzen der Pappe zu gleicher Zeit haben kann.

Stellt man nun das Spirituslämpchen brennend hinein, so erhitzt sich das Wasser und dies bringt den Leim zum Schmelzen, aber nicht zum Anbrennen. Die Scheidewand dient außerdem zum Abstreichen des Pinsel, welches nie am Rand geschehen darf.

äußere Ansicht der Leimmaschine


Wer sich übrigens mit dem Kochen des Kleisters nicht abgeben will, kann diesen, sowie auch geschmolzenen Leim beim Buchbinder für einige Pfennige kaufen. Man kann erwarten, hier gut bedient zu werden, weil ein Buchbinder mehr als andre Handwerker auf Reinhaltung des Klebmaterial sehen muss.
 



Dieses Bastelmaterial wird in den alten Büchern am häufigsten verwendet:

Falzbein
Graupappe
Marmoriertes Papier
Kleister
Knochenleim

Modernes Bastelmaterial, dass sich gut für die Bastelarbeiten eignet:
Graupappe
Scrapbooking-Papiere
Bastelkleber
Decoupagekleber
Decoupagepapiere
Geschenkpapier
Kleister

 

Tolle Skimode für Mädchen von Protest

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