Mineralienkästchen (so genannte Apothekerschachteln) - Teil 4
Nicht viel anders als die vorher beschriebenen Kästchen sind die Schachteln der Apotheker herzustellen, nur dass diese noch eine Hülfe bekommen, worein das Kästchen geschoben wird.
Das Kästchen wird zuerst fertig gemacht und zwar ganz auf dieselbe Weise, wie diejenigen Mineralienkästchen, bei welchen die Ecken mit Leimpapier zusammengeheftet wurden. Hierauf wird von der selben dünnen Pappe, welche auch vorher gefüttert, das heißt mit weißem Papier auf einer Seite überzogen worden war, die Hülfe zugeschnitten.
Zu diesem Zweck wird zuerst ein glatter Schnitt gemacht und von diesem aus die Länge, welche die Hülfe bekommen soll, auf die Pappe übertragen. Man legt das fertige Kästchen auf die Pappe am glatten Schnitt an und sticht entweder mit dem Messer ein Zeichen oder macht mit dem Bleistift einen Punkt, soweit vom Schnitt entfernt, als das Kästchen lang ist, und zwar an zwei Stellen.
Diese beiden Punkte a und b werden durch eine Linie verbunden oder gleich das Lineal angelegt und das Stück abgeschnitten, nach der Regel, dass das zu benutzende Stück unter das Lineal zu liegen kommt.
Man muss übrigens vorher berechnen, einen wie langen Streifen man braucht, um die Hülfe daraus machen zu können. Beim Ausmessen der Höhen- und Breitenseiten dieser Arbeit darf das Maß nicht genauso groß genommen werden, als es das hineinzuschiebende Kästchen hat, sondern stets etwas reichlicher; denn es ist zu berücksichtigen, dass es die Außenseite der Pappe ist, an welcher gemessen wird und die Differenz umso größer sein wird, je stärker die zur Arbeit verwendete Pappe ist, aus welchem Grunde ist kaum ohne vorherige Probe abgehen wird, das heißt, man muss sich zu Hülfe ein Muster machen.
Zuerst wird der Streifen an der einen schmalen Seite a (siehe Abbildung oben) rechtwinklig geschnitten, darauf die Höhe des Kästchens abgemessenen und durch eine Linie b bezeichnet, nach diesem die Breite gemessen und mit c bezeichnet, dann wieder die Höhe bis d und nochmals die Breite bis e gemessen. Was hier von dem Streifen Pappe übrig bleibt, wird rechtwinklig weggeschnitten.
Nachdem die punktierten Linien b, c, d eingeritzt und gebrochen sind, damit das Stück Pappe zu einer Hülfe geformt werden kann, befestigt man die Kanten a und b durch einen Streifen Leinwand oder Gaze.
Je nach den Zwecke des des Kästchens wählt man das Überzugpapier und berücksichtigt dabei, ob nicht Abfälle von früheren Arbeiten benutzt werden können.
Der Einschlag des Überzugpapiers an beiden Öffnung der Hülfe erfolgt in der Weise, wie bei Mineralienkästchen am oberen Rande, so dass also an den Ecken nichts vom Papier weggeschnitten wird, sondern ohne weiteres das einhalb Zentimeter überstehende Papier eingeschlagen und in den Winkeln mit dem Falzbein festgedrückt wird. Bei etwas starkem Papier ist es zweckmäßig, Einschnitte in den Winkeln des Einschlags anzubringen.
