Noch etwas vom Bücherbinden
Die Buchbinderei ist gar nicht so schwierig - man muss nur die richtigen Tricks kennen, damit das Basteln richtig Spaß macht. Und auch wenn die Tipps schon 100 Jahre alt sind - sie funktionieren immer noch...
Der Buchbinder, bei dem ich meine Buchblöcke beschneiden lasse, lobte meine tadellose Arbeit, macht mich aber darauf aufmerksam, dass der Rücken im Vergleich zu der vorderen Schnittfläche zu niedrig sei (Abb. 1). Um einen höheren Rücken zu erzielen, ist es nötig, stärkeren Heftzwirn zu verwenden, um so stärker, je dicker die auf einmal gehefte Lage ist. Dadurch erhält der Buchblock die Form der Abbildung 2 und muss nach dem Rundklopfen wie Abbildung 3 aussehen. Man erreicht damit, dass der Block von selbst zwischen die Deckel an die richtie Stelle rutscht und der Deckelrücken gut ausgefüllt wird. Weiter müssen die Vorsatzblätter aus genügend starkem Papier bestehen, um dem Block im Deckel auch wirklich festen Halt zu geben.
Beim Einhängen gebrauche ich folgenden Kniff, der diese heikle Arbeit sehr erleichtert: Ich passe den Buchblock mit Kapitalband in die Deckel ein und lege das Buch auf den Tisch. Ohne etwas zu verschieben, wird nun der obere Deckel umgeschlagen, zwischen die beiden Vorsatzblätter ein größeres Blatt Zeitungspapier geschoben, damit ein Eindringen von Klebstoff in das Buch vermieden wird, und das Vorsatzblatt mit Leim bestrichen. Vorsichtig, aber nicht zu langsam, damit der Leim nicht trocken wird, wird der Deckel nun so umgeschlagen, wie er es selbst verlangt, das Buch umgedrecht und nochmals auf die gleiche Weise verfahren.
