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Notizbücher - Teil 2





Die nächste Arbeit ist das Beschneiden des Vorderschnittes, doch kann dieses nur von sehr geübter Hand ausgeführt werden, weswegen wir demjenigen, der nicht recht sicher ist, raten, das Buch von einem Buchbinder beschneiden zu lassen.

Auch Bücher, welche mehrere Zentimeter dick sind, sollte man nicht mit dem Handmesser zu beschneiden sich vornehmen; auf alle Fälle sind jedoch folgende Vorkehrungen zu treffen:

Zuerst wird nämlich die Größe vom Rücken aus nach vorn an zwei Stellen abgestochen, dann muss nachgesehen werden, ob sich das Buch nicht etwa verdrückt hat, und ob die Rückenfläche vollkommen senkrecht auf dem Schneidebrett liegt. Wenn dies besorgt ist, muss das Lineal sehr vorsichtig aufgelegt werden, denn hierbei kann sich das Buch immer noch verdrücken, und nun wird mit dem Bauche des sehr scharfen Messers sehr wenig auf einmal geschnitten.
Um den Rücken sowie dem Vorderschnitt die übliche Rundung zu geben, wird das Buch mit der linken Hand leicht gehalten und mit dem Hammer der Rücken desselben von beiden Seiten, indem man es mehrmals umwendet, rund geklopft. Die Folge davon ist, das der Vorderschnitt eine Hohlkehle bekommt (Abbildung unten).

Wenn man an dem soweit fortgeschrittenen Buche den Rücken befühlt, so wird man bemerken, das derselbe breiter ist oder stärker als das Buch an den übrigen Stellen. Es rührt dies von dem Zwirn her, welcher am Rücken mehrfach übereinander liegt. Dieser scheinbar ungünstige Umstand wird benutzt, dem Buche den Falz zu geben, in welchem die Pappdeckel angesetzt werden. Legt man nämlich das Buch so zwischen zwei Bretter, das der Rücken genau 2 mm hervor steht, und bringt das Ganze in eine Presse, so drückt sich derselbe an beiden Seiten auf die Bretter, was noch durch Klopfen mit dem Hammer vollendet werden kann (Abbildung unten).

Nachdem das Buch aus der Presse genommen ist, werden noch die beiden Seiten oben und unten beschnitten, wobei sehr darauf zu achten ist, das die angepressten Fälze nicht verdrückt werden.

Sollen die Pappdeckel zugeschnitten werden, so ist zu berücksichtigen, das dieselben je nach der Größe des Buchformates, oben und unten 1 bis 3 und vorn 3-5 mm über das Buch hervorstehen. Beim Ansetzen müssen die Pappdeckel genau in den Falz gesetzt werden, und man streicht zu diesem Zweck das äußere Ende auf das äußere Blatt auf jeder Seite mit nicht zu starkem Leim an, gibt auch unter die Bünde etwas Leim und setzt nun das Buch wieder wie vorher in die Presse. Für dünne bis 10 Bogen starke Bücher ist, wenn sie aus Schreibpapier gemacht sind, eine Presse zu entbehren, doch muss dann wenigstens das Buch zwischen Brettern mit einem Stein beschwert werden. Es sei erwähnt, das für diesen Zweck ein Ziegelstein (Backstein), der gut mit Papier überzogen ist, die besten Dienste leistet, auch macht derselben im Zimmer keinen auffälligen Eindruck.



Dieses Bastelmaterial wird in den alten Büchern am häufigsten verwendet:

Falzbein
Graupappe
Marmoriertes Papier
Kleister
Knochenleim

Modernes Bastelmaterial, dass sich gut für die Bastelarbeiten eignet:
Graupappe
Scrapbooking-Papiere
Bastelkleber
Decoupagekleber
Decoupagepapiere
Geschenkpapier
Kleister

 

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