Plastische Papiergravierung - Teil 2
Hat man erst einige Übung im Schneiden ganz einfacher Zierstücke erreicht, so kann man zur Ausführung schwieriger Muster gehen, von denen unsere Abbildung einige wiedergibt. Es ist natürlich nicht möglich, die wahre Schönheit der Papiergravierung durch druckfähige Zeichnung wiederzugeben. Vielmehr können wir hier nur andeuten, wie diese Arbeiten wirken. In Wirklichkeit sind es ungemein zarte Gebilde, wie das Entzücken jedes Blumenfreundes bilden.
In der oberen Reihe sind einige Blütenrispen abgebildet, die eifrig geübt werden müssen. Aus ihnen lassen sich dann prächtige Sträuche zusammenstellen, wie wie flache Gipsreliefs wirken.
Die untere Reihe führt eine Reihe von Rosetten, das heißt Blumen in der Draufsicht, vor. Um diese ausführen zu können, sticht man mit dem Stichmesser erst den Blütenknoten, indem man eine ganze Menge Stiche zu einem runden Häufchen formt. Alsdann nimmt man das Schnittmesser, setzt es mit seiner Spitze an den Blüten- beziehungsweise Fruchtknoten an und führt einen kurzen Schnitt nach unten aus. Die folgenden Schnitte sind um dem Fruchtknoten geordnet, indem bei jedem Schnitt der Karton mit dem Finger etwas gedreht wird, denn auch hier hat stets jeder Schnitt von oben, also vom Fruchtknoten ausgehend nach unten zu erfolgen. Die Rosetten nach Abbildung k ist doppelschnittig gefiedert. Wer alle beschriebenen Muster beherrscht, kann mit Leichtigkeit daraus Buketts zusammenstellen. -
Wie man Kränzchen in vielerlei Art, Herzchen, Girlanden, Gemälde und so weiter schneidet, darüber lässt sich vielleicht später einmal ausführlich berichten.
