Pappkästen, Mappen und Wandkörbe

In Form von Büchern können auch Kästen angefertigt werden. Zu diesem Zwecke werden, wie die Abbildung unten zeigt, zuerst zwei Seitenwände zugeschnitten, welche der Breite, dann die beiden andern Seitenwände, welche der Höhe des Buches entsprechend, und sind dieselben an den punktierten Linien a und b anzusetzen (der Boden wird so zugeschnitten, dass die Seitenwände wie bei jedem anderen Kasten daran gesetzt werden können).

Ist der Kasten zusammengesetzt, so stehen die bogenförmig geschnittenen Teile hervor. Man nimmt nun glattes Kartonpapier und schneidet dasselbe so lang, als die vordere Rundung werden muss, und so breit, dass es von den beiden Kanten der Pappen c bis d geht und in der Rundung gut anliegt. Dieser Streifen wird nun an den Kanten g und h gebrochen, so dass er der Form der Abbildung oben*entspricht und auf die Pappkanten d oben und c unten festgeklebt werden kann.

Selbstverständlich wird er auch an den bogenförmig geschnittenen Kanten angeklebt. Für den Rücken wird ebenfalls ein Streifen Kartonpapier geschnitten, welcher von dem Pappkanten e und f über die Krümmung des Rückens und die Biegungen der beiden Falze bei e und f geht. Die Falze müssen recht genau gebrochen werden, so dass sie der Form Abbildung oben** entsprechen, und der Streifen wird dann auf die Kanten e und f, sowie auf die Rundung geklebt.

Nachdem die Außenseiten, welche die Schnitte bedeuten sollen, in entsprechender Weise überzogen sind, wird der Kasten im Innern noch nach gewöhnlicher Art ausgefüttert, nur dass man vorläufig die Seite an Falz und Rücken bis auf weiteres noch frei lässt. Darauf wird die Decke des Buches gemacht und die Pappen dazu so groß geschnitten, dass sie, an den Falzen e und f angesetzt, an allen drei Schnitten einem Buche entsprechende vorstehende Kanten geben.

Für das Anfertigen der Buchdeckel haben wir in der Abbildung oben den Fall vorgesehen, bei welchem nur der Rücken vielleicht auch die Ecken aus Buchbinderleinwand (Kaliko) sein sollen, das übrige dagegen mit Buntpapier zu überziehen ist.

Soll die Buchdecke ganz aus Leinwand werden, so ist selbstverständlich das Stück Leinwand d e so groß zu nehmen, dass es über die Pappdeckel b und c oben und unten einen, vorn dagegen 2 cm übersteht. In beiden Fällen wird zunächst die Leinwand d e mit nicht zu starkem Leim bestrichen und darauf genau auf die Mitte der Einlegerücken a aus ganz dünner Pappe oder Kartonpapier gelegt. Hierauf werden die beiden Pappdeckel aufgelegt und zwar so, dass sie etwa 3 mm vom Einlegerücken abstehen (Abbildung oben).

Wird die Decke ganz mit Leinwand überzogen, so werden zunächst die vier Ecken abgeschnitten (siehe Abbildung unten bei a und b) und darauf der Leinwandeinschlag zuerst oben und unten bei d und e herübergezogen.

Beim Einschlagen der vorderen beiden Kanten vergesse man nicht, vorher die Ecken einzukneifen (Abbildung unten bei b).

Alle diese Arbeiten müssen schnell hintereinander ausgeführt werden, damit der Leim nicht erkaltet oder trocken wird. Dann wird die Buchdecke umgewendet und überall gut angerieben, ohne die Leinwand oder das Überzugpapier zu beschädigen.

In diesem Zustande kann man nun die Buchdecke zum Buchbinder schaffen und dort mehr oder weniger reich pressen oder vergolden lassen, wobei sich mancher scherzhafte Titel anbringen lässt. Zum Beispiel haben wir gelesen: Dr. Qualms oder Dr. Zwirns Werke, je nachdem der Kasten für Tabak oder Nähzeug war. Sollten Briefsachen darin aufbewahrt werden, so stand darauf: “Aus Nah und Fern” oder “Über Land und Meer”; auf anderen Kästen wieder, wo keine besonderen Papiere darinlagen, war gedruckt: “Papier ohne Wert”.

Nachdem auch die Deckel mit Papier überzogen worden sind, wird der Rücken a mit dem Falzbein der nach der Form des Buchrückens gebogen, letzterer sowie die ganze Decke mit Leim bestrichen und der hintere Pappdeckel angeklebt. Es wird nun ein 2-3 cm breiter Streifen Leinwand von der Farbe des Rückens so lang wieder Falz f f (Abbildung unten) geschnitten und in der Weise gut in denselben geklebt, dass die noch nicht ausgefütterte Hinterwand, sowie auch der Pappdeckel etwas davon bekommen.

Zuletzt wird noch die Hinterwand ausgefüttert und von demselben Ausfütterungspapier auch ein Stück auf das Innere des Deckels geklebt. Auch hier kann die Buchdeckel durch Beschläge verziert werden, wie in der Abbildung unten.

Add a Comment