Basteln von Kartenfutteralen

Zu jener Karte kann man sich noch gleich ein Futteral basteln, wenn man Doppelpapier (Schrenz) nimmt, dasselbe vorher überzieht und überhaupt in folgender Weise herrichtet:

Das betreffende Stück Doppelpapier muss mehr als zweimal so groß sein, als die Karte, wenn sie zusammengelegt ist. Hierauf wird dasselbe mit einem bunten Papier überzogen, zu welchem Zweck eine Art Marmorpapier am geeignetsten ist.

Das Überziehen geschieht mittels Leim oder Kleister, nur ist zu bemerken, dass durch Kleister der Glanz des Papiers leidet, aber der Überzug durch die daran gebrachte Feuchtigkeit nicht losspringt, was hingegen bei Leim der Fall ist. Mit Leim behandelte Arbeiten dürfen aus diesem Grunde überhaupt nicht feucht werden, und wenn man den Schaden auch dadurch wieder kurieren wollte, dass man den Papierüberzug, wenn er an einigen Stellen los gesprungen ist, mit einem warmen Plätteisen überstreicht und dadurch wieder festmacht, so würden doch immer unsaubere Stellen zurückbleiben.

Ist der Überzug ganz trocken, so wird in folgender Weise zugeschnitten:

Das mit 1 oder 2 bezeichnete Feld (Abbildung A) ist die Größe der zusammengelegten Karte, 3 und 4 ist einen Zentimeter breit und die Doppellinien aa, bb, cc bedeuten die Stärke oder Dicke der zusammengelegten Karte. Jede Doppellinie bedeutet sonach zwei Brüche, welche bei Abbildung B eine der drei schmalen Seitenwänden a, b und c hervorbringen.

Wenn alles zugeschnitten ist und auch die Brüche gemacht sind, werden die Teile 3 und 4 auf derjenigen Seite mit nicht zu schwachem Leim bestrichen, welche mit Überzugpapier überzogen ist, alsdann wird die zusammengelegte Karte auf den Teil 2 gelegt, die Teile 3 und 4 an den beiden Seiten der Karte herübergebrochen und auf das Ganze dann der Teil 1 gedeckt.

Letzterer wird nun an den Seiten, wo er auf die mit Leim bestrichenen Teilen 3 und 4 aufliegt, mit dem Falzbein schnell und fest angerieben. Damit die Karte durch Leim nicht beschmutzt werden kann, braucht man dort, wo die Teile 3 und 4 darüber geschlagen werden, nur ein Blatt schwaches Papier darauf zu legen.

Wenn das Futteral so weit fertig ist, wird oben an der Öffnung auf beiden Seiten mit einem halbrunden Ausschlageisen einen bogenförmiger Ausschnitt angebracht, damit die Karte sich bequemer herausziehen lässt. Das fertige Futteral hat nun die Gestalt von Abbildung B.

Dieses Verfahren, Futterale herzustellen, genügt aber nur für ganz dünne Gegenstände, wie Reisekarten; für stärkere, wie Bücher, werden wir später Anweisung geben.

 

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