Der Papierdruck

Der Papierdruck leitet seinen Namen von der eigentlichen Druckform (auch Druckstock kurz Klischee genannt) her, die in unserem Falle lediglich aus Papier besteht. Es ist bekannt, dass man gewöhnlich zum Drucken von Bildern Holz-oder Metallklischees verwendet. So stellt der Papierdruck wohl das allereinfachste Vervielfältigungsverfahren dar, das man kennt, weil mit ganz einfachen Werkzeug und billigem Material bei einiger Mühe und Sorgfalt recht hübsche und brauchbare Drucke erzielt werden können.

Wir beginnen unsere Arbeit mit dem Aufzeichnen. Die entworfene Zeichnung wird durch Pausen auf Steifpapier, wie es zum Beispiel zum Herstellen von Visitenkarten verwendet wird, übertragen. Wir wählen dieses kräftige Papier, um ein Rollen oder Biegen der Druckform beim nachträglichen Einfärben zu verhindern.

Dann gehen wir an das Ausziehen. Die vorgepausten Linien werden mit Tusche ausgezogen. Dazu verwendet man die Redisfeder, die wie eine gewöhnliche Stahlfeder in den Federhalter gestellt wird, und mit der man gleichmäßig dicke Striche bis zu 5 mm Stärke ziehen kann.

Wenn diese Tuschvorzeichnung eingetrocknet ist, geht es an das Ausschneiden des Steifpapieres. Mit einem spitzen Messer wird die Form säuberlich ausgeschnitten. Sehr gut bewährt sich dabei ein sogenanntes Schablonenmesser und eine Glasplatte, auf die man das Papier legt. Man bekommt solche Schablonenmesser in allen Malutensiliengeschäften.

Damit ist der Druckstock fertig, das Drucken kann beginnen. Die ausgeschnittene Form, Druckschablone genannt, wird eingefärbt und auf Papier abgedruckt. Zu diesem Zwecke legt man die Druckform auf eine Löschblattunterlage, färbt sie durch Darüberstreichen mit einem Pinsel ein und hebt die Druckschablonen mit einer Seite vom Löschblatt ab, um sie nun mit der nassen farbigen Seite nach unten zugewandt auf das bereits liegende Druckpapier zu bringen.

Über die Schablone legt man nun einen Löschblatt und darüber einige schwere Bücher und presst sie so auf das darunter liegende Papier.

Als Papier verwendet man am zweckmäßigsten sogenanntes Japan- oder starke Seidenpapier, da dieses die Farbe am gleichmäßigsten und am leichtesten aufnimmt.

Nach dem Druck wird die Schablone mit Hilfe der Pinzette vorsichtig nach oben abgehoben und der Papierdruck ist fertig.

Man wiederholt dann das ein Einfärben der Schablone und kann so beliebig viele Abdrucke herstellen. Auch mit der überall bekannten Kopierpresse können solche Abdrucke erzielt werden.

Mit Hilfe des Papierdruckes lassen sich Exlibris, Monogramme, Etiketten, Buch- und Mappenumschläge, Post- und Glückwunschkarten, Wandbilder und dergleichen in beliebiger Anzahl herstellen.

Werden die Figuren in schwarzer oder farbiger Wiedergabe rein als “Fläche” behandelt, so ergeben sich dabei Drucke, die Ähnlichkeit mit den bekannten Silhouetten zeigen.

Verwendet man hingegen schwarze Drucke, die in “Linienart” hergestellt sind, zum nachträglichen Ausmalen mit Wasserfarben, so lässt sie auch mehrfarbige Bildwirkung erzielen.

Bei einiger Übung und genauer Handhabung der Werkzeuge fällt es auch dem Anfänger nicht schwer, mit Hilfe des Papierdruckes gute Erfolge zu erreichen.

 

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vor 4 Monaten

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